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- Sr. Emmanuela
- 1. Apr.
- 1 Min. Lesezeit

Karwoche. Wie ist das mit dem Kreuz? Warum muss Jesus leiden und sterben? Ich gebe zu, mir läuft es kalt den Rücken runter, wenn ich mir einen Gott vorstellen soll, der es irgendwie „braucht“, dass sein eigener Sohn als Sühne für die Sünden der Menschen stirbt.
Und dennoch: Wenn ich mich in unserer Welt umschaue, ist sie voll von Leid, Unrecht, Unfrieden und Unfreiheit, vom Menschen verschuldeten Elends, Hass und gewaltsamen Tod… Menschen, die bereit sind, ihr Leben gewaltlos für andere zu wagen und oft genug auch zu verlieren, gibt es in allen Kulturen und Religionen. Sie genießen höchstes Ansehen und ihre Geschichten gehen ans Herz.
Jedes Jahr neu ergreift mich die Passionsgeschichte. Sie ist voll von menschlicher Abgründigkeit, von Feigheit, Lüge, Hass, von einer schrecklichen „inneren Logik“, die zur Katastrophe führt. Zugleich ist da menschliche Größe, innere Freiheit, Klarheit und Mut, Hingabe und Souveränität. Hier zeigt sich das ganze Spektrum unseres Menschseins - und sehr viel mehr als das…
„Im Kreuz ist Heil, im Kreuz ist Leben im Kreuz ist Hoffnung.“
Meinen Versuch, das Kreuz, den Leidensweg Jesu besser zu verstehen, habe ich vor Jahren in eine kleine Litanei gefasst…
KREUZ-LITANEI
Kreuz,
DU BLITZABLEITER,
an dem
Spannungen,
Konflikte,
heftige Emotionen
sich entladen,
weil endlich
EINER
gelassen standhält.
DU KLÄRANLAGE
für alle
ungeklärten,
unbewussten Schatten
weil endlich
EINER
hinschaut
ohne zu verurteilen
DU FELS IN DER BRANDUNG
an dem
die Wogen
aus
Hass,
Angst
und Verzweiflung
sich brechen,
weil endlich
EINER
dies als Dienst versteht.
DU SPIEGEL
in dem
der Tod
den
Tod
findet,
weil der
EINE
keine Angst
um sich selbst hat,
Kreuz.





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