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Aktualisiert: 30. Apr.


Wir feiern heute die heilige Katharina von Siena (1347-1380), die Namensgeberin unseres Klosters. Es ist schon lange her, dass ich anfing, eine persönliche Beziehung zu dieser außergewöhnlichen und auch irritierenden Heiligen aufzubauen, der es mit ihren leidenschaftlichen Appellen gelang, die Kirche ihrer Zeit zu bewegen - und, ganz konkret, den in Avignon residierenden Papst Gregor XI zur Rückkehr nach Rom...


Unmittelbar vor der Seligsprechung von Edith Stein durch Papst Johannes Paul II in Köln am 1. Mai 1987 "stolperte" ich als junge Schwester mit zeitlicher Profess eher zufällig während meiner Anbetungszeit in der Kirche über das Tagesgebet ihres Gedenktages am 29. April. Es waren vor allem die Worte: "Im Dienst an der Kirche wurde ihre Liebe zu einem lodernden Feuer", die mich berührten und die Formulierung "die Wunden seiner Kirche". Ja, die gibt es in jeder Zeit...


Hier der vollständige Text:

Allmächtiger, ewiger Gott,

du hast der heiligen Katharina von Siena

das Leiden Christi und die Wunden seiner Kirche

vor Augen gestellt.

Im Dienst an der Kirche

wurde ihre Liebe zu einem lodernden Feuer.

Mache auch uns, die wir zu Christus gehören,

bereit, die Leiden seiner Kirche mitzutragen,

damit einst

seine Herrlichkeit an uns offenbar wird.



Eine Begegnung hatte mich gerade diese Leidenschaft erleben lassen: Wir hatten Gäste im Haus, die zur Seligsprechung angereist waren. Darunter war eine alte Ordensschwester, die - wie Edith Stein - während der Nazi-Zeit ins KZ gebracht wurde. Sie hat überlebt und erzählte uns von ihren Erfahrungen. Es gab dort weder einen Priester, noch eine Kirche, ein Messbuch, Wein... - und was es sonst noch so braucht, um Eucharistie feiern zu können. Sie ging mit ihren Mithäftlingen durch das KZ und sie sprachen sich die Worte zu, an die sie sich aus der Eucharistiefeier erinnerten, teilten Wasser und Brot...


Ich sehe sie noch vor mir, wie es leidenschaftlich aus ihr herausbrach: "Da kann mir einer sagen, was er will: Gott ist größer als seine Sakramente!" Was für ein Glaube! Nie habe ich ein stärkeres und überzeugenderes Zeugnis dafür erlebt, dass die Liturgie und ganz besonders die Feier der Eucharistie "der Höhepunkt (ist), dem das Tun der Kirche zustrebt, und zugleich die Quelle, aus der all ihre Kraft strömt." (Vaticanum II, Sacrosanctum Concilium 10)



Zu den Bildern: Das Schild "Am Katharinenkloster" steht unserem Kloster gegenüber und das Wasserbild habe ich gestern in der Paderborner Innenstadt an einem der Quellbecken der Pader gemacht, die in mehr als 200 Quellen zeitgleich entspringt und 3000 bis 9000 Liter Wasser pro Sekunde an die Oberfläche sprudeln lässt.

1 Kommentar


mepovapelut827
vor 2 Tagen

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